Hardegser Einsatzkräfte im Hochwassereinsatz

 

Aufgrund der angespannten Hochwasserlage in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg wurde die Feuerwehrbereitschaft (FB) II des Landkreises Northeim zur Unterstützung angefordert. Die FB II  ist als selbstständig agierende Einheit dazu ausgelegt, um in Krisen- und Katastrophengebieten die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen und zu entlasten. Sie wird aus Fahrzeugen und Mannschaften der Städte und  Gemeinden Bodenfelde, Uslar, Hardegsen, Moringen, Nörten-Hardenberg, Kalefeld, Katlenburg und Northeim gebildet. 

 

 

 

 

Einsatzbesprechung am hardegser Feuerwehrhaus

 

 

 

 

 

 

Am Samstag, den 08.04.2006 wurden gegen 16:30 Uhr die Einsatzkräfte der FB II über Sirene und Funkmeldeempfänger alarmiert. Innerhalb von wenigen Stunden musste Einsatzbereitschaft hergestellt, der Arbeitgeber informiert und Ersatzkleidung für eine Einsatzdauer von bis zu einer Woche gepackt werden.

Pünktlich um 20:00 Uhr rückten die hardegser Einsatzkräfte mit dem Löschgruppenfahrzeug LF16TS und dem Einsatzleitwagen ELW1 zum Sammelplatz in Northeim ab. Von dort aus brach die komplette Bereitschaft, bestehend aus 35 Fahrzeugen und 100 Einsatzkräften, ins Hochwassergebiet an der Elbe auf.

 

 

 

 

 

 

Bereitstellungsraum in Hitzacker

 

 

 

 

 

In Katastrophengebiet angekommen, wurde die Bereitschaft unverzüglich in den Bereich um Bleckede geführt, wo in Alt Garge eine Sandsackfüllstation eingerichtet war. Zusammen mit anderen Bereitschaften aus Niedersachsen mussten zahllose Sandsäcke gefüllt und auf Lastkähne verteilt werden.

Zum Abend hin wurde die Bereitschaft ins Nachtquartier nach Lüneburg geführt, wo in einer Kaserne Betten und Verpflegung bereit standen. Erschöpft von der schlaflosen Nacht des Vortages und der anstrengenden Arbeit fielen die Einsatzkräfte in einen tiefen aber kurzen Schlaf. Bereits um 6 Uhr am nächsten Morgen wurde geweckt und nach einem Frühstück zurück ins Einsatzgebiet geführt. Auch dieser Tag stand im Zeichen von zahllosen Sandsäcken und Tonnen von Sand.

Zeitweise waren an diesem Tag vier Feuerwehrbereitschaften im Einsatz um die Säcke für die Einsatzkräfte an den Deichen zu füllen. LKW weise wurde Nachschub an Sand und Säcken herangeführt.

 

 

 

Nachtquartier in einer lüneburger Kaserne

 

 

 

 

Waren am Vortag Bundeskanzlerin Angela Merkel und der niedersächsische Ministerpräsident  Christian Wulff zu Besuch, so informierte sich an diesem Tag Innenminister Uwe Schünemann über den Fortschritt der Arbeiten.

 

 

 

 

 

Bundeskanzlerin Merkel  (in der Mitte) besucht die Einsatzkräfte

 

 

 

Gegen Abend wurde durch den northeimer Kreisbrandmeister bekannt gegeben, dass die Bereitschaft am folgenden Tag durch Hubschraubereinheiten der Bundeswehr und einer Kreisbereitschaft aus dem Bereich Rothenburg/Wümme ersetzt wird und die Heimreise am Dienstag Nachmittag angetreten werden kann.

So wurde am Dienstag morgen alles für die Ankunft der Bundeswehr vorbereitet. Damit die Hubschrauber gefahrlosen landen konnten, wurden kleinere Bäume auf dem Platz gefällt. Der Boden wurde benässt um zu verhindern dass die Rotoren zu viel Staub aufwirbeln.

 

 

 

 

 

Das Vorauskommando der Bundeswehr im Anflug

 

 

 

Gegen 14Uhr konnte die Bereitschaft sich dann aus dem Katastrophengebiet abmelden und die Reise in den Heimatlandkreis antreten, wo man um 19:00 Uhr eintraf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Einsatzkräfte auf der Rückfahrt zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Northeim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Einsatz im Hochwassergebiet um Hitzacker hat, wie schon der Hochwassereinsatz 2002 in Dessau / Waldersee, gezeigt, dass die niedersächsischen Feuerwehrbereitschaften eine funktionierende Komponente im Katastrophenschutz sind. Sie sind innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit und können im Katastrophengebiet komplett autonom eingesetzt werden.

Durch die Fahrzeugzusammenstellung kann jegliche Aufgabe übernommen  werden. Angefangen vom wiederherstellen der Wasserversorgung, Aufgaben der technischen Hilfeleistung, Aufbau einer funktionierenden Einsatzleitung bis hin zur Verpflegung von Einsatzkräften vor Ort durch den bereitschaftseigenen Zug "Logistik" (Küchen- und Verpflegungszug).   

 

 

 

 

 

 

 

Die Einsatzkräfte des II. Zuges der Kreisfeuerwehrbereitschaft II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Bilder in ungeordneter Reihenfolge