Man in Black- oder: Wieso sehe ich jetzt schwarz
Den aufmerksamen Blicken von Anwohnern und Übungsbeobachtern wird es sicherlich nicht entgangen sein. Immer häufiger trifft man bei Übungen und Einsätzen auf Hardegser Feuerwehrkräfte, die nicht mehr das gewohnte orange Outfit tragen, sondern in schwarzer Schutzkleidung auftreten.
Hardegser Einsatzkräfte in alter und neuer Schutzkleidung.
Warum ist das so?
Bis vor kurzen war in Niedersachsen die Farbe und Form der Einsatzkleidung vorgeschrieben. Diese hatte orange zu sein und musste in Form und Schutzwirkung der technischen Weisung des Landes Niedersachsens entsprechen.
Die Schutzkleidung nach technischer Weisung des Landes Niedersachsen.
Farbe und Form waren exakt vorgeschrieben.
Bis auf Niedersachsen gab es nur noch zwei weitere Bundesländer in denen diese Vorgaben existierten. Alle anderen Bundesländer hatten sich dazu entschlossen, die Farbe nicht explizit vorzuschreiben. Ebenso wurde für die Schutzwirkung der Einsatzkleidung keine ländereigene Weisung herausgegeben, sondern es wurde auf die Schutzwirkung gemäß HupF verwiesen. Hupf steht für "Herstellungs- und Prüfbeschreibung für eine universelle Feuerschutzkleidung" und ist eine sog. Ausführungsnorm, die festlegt, wie die übergeordnete Anforderungsnorm DIN EN 469 ausgeführt werden soll. Sie beschreibt im wesentlichen die mindestens zu erfüllende Schutzwirkung der Kleidung.
Diese unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer führte dazu, dass die Einsatzkleidung der niedersächsischen Feuerwehrleute eine Sonderanfertigung für die Hersteller war und sich daher deutlich in den Beschaffungspreisen wieder spiegelte.
Nachdem nun die Feuerwehren des Landes Niedersachsens nicht mehr ausdrücklich an die technische Weisung gebunden waren, kam auch in den Hardegser Ortswehren die Diskussion auf, welche Schutzkleidung nun beschafft werden soll.
Hieraufhin lies sich der stellvertretende Stadtbrandmeister Axel Meyer diverse Muster von unterschiedlichen Herstellern zusenden und prüfte sie ausgiebig auf Schutzwirkung, Tragekomfort, Haltbarkeit und Anschaffungspreis.
Nach diesen Tests fiel die Auswahl auf den Einsatzschutzanzug V-Force vom Hersteller Lion-Apparel und die ersten Schutzanzüge wurden beschafft.

Die neue Schutzhose. Die Reflexstreifen sind in Silber/Gelb/Silber gehalten
Der Kniebereich wurde verstärkt um das knien zu erleichtern.

Die breiten Hosenträger und die dicke Polsterung sorgen für einen guten Tragekomfort

Komplett ausgerüstet mit Jacke, Hose und Helm.
Das besondere an dem Modell ist die kurze Jacke. Dadurch wird die kriechende Vorgehensweise bei Innenangriffen erleichtert. Man tritt nicht so leicht auf den Saum.

Vergleich: Das alte Modell mit der langen Jacke
Natürlich werden nun die orangen Schutzanzüge nicht weggeworfen, sondern dienen noch bis zum Ende dem Schutze der Feuerwehrkameraden. Denn auch wenn die Schutzwirkung der schwarzen Einsatzkleidung etwas höher ausfällt, so hat die alte Schutzausrüstung einen großen Vorteil: Orange ist eine auffällige Farbe mit einer deutlichen Warnwirkung. Um diese mit der schwarzen Ausführung zu erreichen, müssen große Flächen der Kleidung mit Reflexstreifen versehen werden.